Haus der Statistik: Die Debatte geht weiter

Am 20. Mai fand im Haus der Statistik (HdS) eine große Zusammenkunft und Diskussion statt. Anlass waren die bevorstehende Kommunalisierung des HdS und der Hauptstadtfinanzierungsvertrag. Carola Bluhm, die sich von Beginn an für das Projekt der Initiative Haus der Statistik stark gemacht hat, war dort, ebenso Bürgermeister und Kultursenator Klaus Lederer, der Bezirksbürgermeister Mitte, Stefan von Dassel, die wohnungspolitische Sprecherin der Grünen, Katrin Schmidtberger.

Am 8. Mai 2017 unterzeichneten Bundesregierung und Land Berlin den Hauptstadtfinanzierungsvertrag, demzufolge das HdS vom Land Berlin erworben wird. Aufgerufen ist eine Kaufsumme von 50 Millionen Euro. Damit wäre der Weg frei, das Projekt der Initiative HdS, die sich bereits 2015 gegründet hat, zu verwirklichen. Seit 2008 steht das Haus der Statistik leer, 40.000 Quadratmeter Nutzfläche verfallen, beaufsichtigt bislang von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BimA).

Der Vernetzungsprozess für das Projekt, im HdS Wohnraum für Geflüchtete und andere Neuankömmlinge in Berlin, Arbeitsräume für Kunst, Kultur und Bildung zu schaffen, läuft seit Januar 2017. Projekte brauchen einen langen Atem. Vor allem so große, die geradezu eine kleine Stadt in der Stadt planen.

Der Koalitionsvertrag der neuen Regierung Berlins sieht eine Mischnutzung des HdS vor – Verwaltung, Bildung, Soziales, Wohnen. Über Kosten muss diskutiert werden, denn eine einfache Nutzung als reines Verwaltungsgebäude (in dem Haus saß bis 2008 die Stasi-Unterlagenbehörde) ist sicher preiswerter, als die angedachte vielfältige Nutzung und Umgestaltung zu einem offenen Raum für demokratisches Miteinander.

„Aber der einfachste und kostengünstigste Weg ist nicht immer der beste“, sagt Carola Bluhm, die den demokratischen Diskussionsprozess der Initiative mit den Menschen in der Stadt unterstützt und davon ausgeht, dass aus diesem Prozess ein gutes und sehr tragfähiges Projekt entstehen kann, das einer Stadt der Vielfalt mehr nützen wird, als ein riesiger Verwaltungskomplex mitten in der alten neuen Mitte.

Fotos: Rico Prauss

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