Berlinale am Döner-Imbiss

Den Imbiss gibt es seit 20 Jahren. 1998, als Hai Pham Van zwischen Haus der Gesundheit und der zugigen Weite der Karl-Marx-Allee mit seinem kleinen Unternehmen startete, war das Haus der Gesundheit noch ein Ort, der hielt, was dessen Name versprach und in dem gläsernen Pavillon, der nun schon lange leer steht, gab es Fahrräder zu kaufen. Das Haus der Statistik allerdings blickte damals noch auf eine mehr als unwägbare Zukunft. Heute ist diese immer zugige Ecke, an der es gegenwärtig nur dann Publikumsverkehr gibt, wenn einmal im Jahr für ein paar Wochen ein Weihnachtsbaumverkauf auf die Grünfläche zieht, eine Mischung aus „es war einmal“ und „daraus könnte was werden“.

Schön, dass eines der Berlinale-Plakate mit einem Fotomotiv aus dem Wahlkreis von Carola Bluhm aufwartet, das die leise Melancholie dieses Areals überhöht und zugleich bricht, steht doch der Berlinale-Bär am Imbiss, als begehrte er Einlass oder versuchte, den Laden einfach ein Stück fortzuschieben. Obwohl der da mehr als gut steht und sein Stammpublikum gefunden hat. Kaurismäki lässt grüßen denkt man beim Anblick des Plakates – fehlt nur noch der finnische Tango und Kati Outinen in der Uniform der Heilsarmee.

Und da die Berlinale vom Imbiss Hai Pham Vans doch so Einiges hat, wäre es noch schöner, kämen zum Dank die einen oder anderen Macher*innen, Besucher*innen, Stars und Sternchen mal auf eine kurze Mittagspause am Imbiss vorbei.
So, wie die Berliner Zeitung darüber berichtete, scheint das nicht der Fall zu sein. Schade.

Aber schön ist es, das Plakat.