Ach, ist das schön geworden!

Tatsächlich hatte sich ausgerechnet am 24. August der Sommer mal kurz verabschiedet. Insofern nicht der beste Tag, um eine Plansche zu eröffnen. Trotzdem war es ein fröhliches und gut besuchtes Ereignis, was nicht verwunderte, lag doch das Areal mitten im Wohngebiet rund um die Weydemeyerstraße jahrelang brach und bot einen traurigen Anblick, bei dem der eine und die andere schon auch mal nostalgisch werden konnte. Schließlich haben Planschen in Berlin seit jeher tausenden Müttern und Vätern die eine oder andere ruhige Stunde ermöglicht: Die Kinder im Wasserrausch, aber geschützt und behütet, Parkbänke, von denen aus man gut die Kontrolle über die Kleinen behalten und trotzdem eine Zeitung oder ein paar Buchseiten lesen konnte.

Es hatte eine intensive Planungs- und Bauzeit gegeben, bevor der neue Wasserspielplatz Weydemeyerstraße 20/21 am 24. August seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Und es ist wirklich gut geworden, auch wenn manche sich erhofft und vorgestellt hatten, dass alles wieder werden würde, wie es mal gewesen war. Doch so ist die Gestaltung von Lebensumfeld nicht gedacht. Was mal gut war, kann in bester Erinnerung bleiben, aber heute gibt es andere Wünsche, andere Maßstäbe und andere Ideen. Und man muss sagen: Wer sich hier Gedanken gemacht hat, ist zu einem guten Ergebnis gekommen. Liegewiesen, aufregende Wasserfontänen, schöne Spielgeräte, schöner erhaltener Baumbestand – Oase und aufregend in einem.

Die Plansche ist zugleich die erste Maßnahme im Entwicklungsgebiet Karl-Marx-Allee II – für das es große Pläne gibt – die fertiggestellt wurde, dank der Fördermittel aus dem sogenannten Bund-Länder-Programm Städtebaulicher Denkmalschutz.

Gefeiert wurde das richtig – mit dem Durchschneiden des obligatorischen und immer wieder symbolträchtigen roten Bandes, mit Kaffee, Brause und dem Wasser-Marsch-Moment, der die Bezirksstadträtin für Weiterbildung, Kultur, Umwelt, Natur, Straßen und Grünflächen (das ist wirklich ein langer Arbeitstitel), Sabine Weißler, ermutigte, sich mal schnell und beherzt in den „Regen“ zu stellen.

Carola Bluhm war zwar etwas vorsichtiger, was den Wassertest anbelangte, aber mehr als angetan davon, wie alles geworden ist.

Ein geradezu genialer kleiner Einfall, die kleinen Hometrainer an den Sitzbänken, die es künftig Eltern oder Großeltern ermöglichen, nicht nur gelassen ihre Kinder planschen zu lassen und dabei eine Zeitung zu lesen, sie können sogar noch ein wenig für die eigene körperliche Fitness tun. Der Eröffnungstag hat gezeigt, dass vor allem Großeltern davon sehr angetan zu sein scheinen.

Schön wars jewesen, würde der Berliner sagen. Und schön wird es bleiben. In diesem und in den kommenden Sommern.