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02.09.2011 Redebeitrag

Redebeitrag

Sehr geehrte Gäste,
meine Damen und Herren,

zunächst möchte ich mich für die Einladung zu Ihrer heutigen Festveranstaltung bedanken und Ihnen zu Ihrem 20-jährigen Jubiläum herzlich gratulieren.

Gleichzeitig nehme ich diesen festlichen Rahmen gerne zum Anlass, Ihnen meinen Dank und meine Anerkennung für die von Ihnen in den letzten 20 Jahren geleistete Arbeit auszusprechen.

Lobend hervorzuheben ist Ihre generationenübergreifende ehrenamtliche Arbeit, die zum Zeitpunkt der Gründung Ihres Vereins als eine besondere Innovation galt: Alleinlebenden alten Menschen im hohen Lebensalter wollten Sie menschliche Nähe, Zuwendung und Freundschaft schenken, indem jeweils eine Freiwillige oder einen Freiwilligen unterschiedlichen Alters einem alten Menschen als „Freund“ zur Seite stehen.

Weitere Angebote, wie ein Telefonkreis, ein Kiezprojekt in Tempelhof sowie unterschiedliche Gruppenangebote sollten darüber hinaus Isolation und Vereinsamung der von Ihnen betreuten Menschen langfristig verhindern.

Angesichts des demografischen Wandels, bei dem es zukünftig noch weit mehr alleinlebende alte und hochbetagte Menschen geben wird, ist die von Ihnen gewählte Betreuungsform ein wunderbarer Ansatz, um den älteren Menschen unter anderem einen Verbleib in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Es wird zukünftig noch mehr auf eine „gelebte Nachbarschaft“, wie Sie sie seit Jahren praktizieren, ankommen. Vor allem wenn wir die gesellschaftlichen Herausforderungen in Bezug auf Pflege und Betreuung der zukünftigen älteren Generation meistern wollen.

Für Ihr besonderes Engagement ist Ihr Verein deshalb auch mit dem Deutschen Altenhilfepreis 2009 und im gleichen Jahr im Rahmen „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet worden.

Heute verfügen Sie über 100 Freiwillige und zwei hauptamtliche Koordinatorinnen, die insgesamt über 120 ältere Menschen betreuen.


Weiterhin möchte ich Ihre Idee und Ihr Engagement bei der Konzipierung und Schaffung von Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz seit 1995 hervorheben. Heute ist diese Wohn- und Betreuungsform – gerade in Berlin aber auch in vielen anderen Städten der Bundesrepublik – nicht mehr wegzudenken.
Sie stellt insbesondere für viele pflegende Angehörige eine Alternative zur häuslichen Pflege und zu einem Umzug des Dementen in eine vollstationäre Pflegeeinrichtung dar.
Nach neuesten Erkenntnissen gibt es heute in unserer Stadt etwa 250 solcher Wohngemeinschaften.

Erfreulicherweise haben wir es geschafft, Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz in das Wohnteilhabegesetz aufzunehmen. Hier wird gefordert, dass die Bewohnerinnen und Bewohner – oder ihre Vertreter -  ihre Aufgaben im Rahmen der Selbstgestaltung und Mitbestimmung wieder stärker wahrnehmen sollen können, wenn die Versorgung ambulant durch Pflegedienste erfolgt. Gleichzeitig unterstützt das Wohnteilhabegesetz in vielfacher Hinsicht, zum Beispiel mit dem Ausbau der bestehenden Informations- und Beratungsmöglichkeiten oder der Vorgabe eines strukturierten Beschwerdemanagements.

Um die Qualität in Wohngemeinschaften weiterzuentwickeln und zu sichern, sind darüber hinaus alle in diesem Feld Tätigen, wie Leistungsanbieter, Pflegekassen, Verbraucherschutzorganisationen und Informations- und Beratungsprojekte, aufgefordert, konstruktiv mitzuwirken.

Sie als Verein „Freunde alter Menschen“ haben für die Weiterentwicklung der Wohngemeinschaften einen großen Beitrag geleistet. So haben Sie während eines Bundesmodellprojektes die wissenschaftliche Beratung und Begleitung für das Bundesministerium für Gesundheit übernommen und waren auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unseres Hauses stets ein kompetenter Ansprechpartner. Ich denke dabei an den kontinuierlichen Erfahrungsaustausch, die Initiierung neuer Projekte, Ihre Teilnahme an Arbeitsgruppen oder die Mitgliedschaft im Beirat zum „Paten“-Modellprojekt. Und auch die derzeitige Erarbeitung einer Broschüre zu Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz, mit der Betroffene, Angehörige aber auch Initiatoren neuer Wohngemeinschaften zu allen fachlichen, rechtlichen und finanziellen Fragen umfassend informiert werden sollen.

Auch für dieses Engagement und die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit danke ich Ihnen ganz besonders!

Ich wünsche Ihnen allen für die Zukunft viel Erfolg, viele aktive Mitstreiter und uns zusammen auch weiterhin eine gute Zusammenarbeit.