Am 18. September bestätigten sich die Prognosen der vergangenen Monate: DIE LINKE verliert Wählerinnen und Wähler und wird in Berlin nicht mehr an der Regierung beteiligt sein. Inzwischen wird viel über die Ursachen debattiert. Ohne jeden Zweifel sind es eine Menge unterschiedlicher Faktoren, die zu diesem Ergebnis geführt haben. Wir müssen uns nun genau anschauen, warum wir nicht erreichen konnten, was wir uns vorgenommen hatten. Dies muss unaufgeregt geschehen. Einseitige Schuldzuweisungen sind nicht hilfreich, wenn wir es in Zukunft besser machen wollen.
Es gibt aber, bei allem Unmut, auch schöne Momente. Ich freue mich sehr, dass ich meinen Wahlkreis in Mitte erneut direkt gewinnen konnte. Inmitten von Grün und SPD-Rot findet sich ein richtigroter Fleck. Nicht viele haben geglaubt, dass der Wahlkreis zu halten sei. Zumal es schon bei den Wahlen 2006 ausgesprochen knapp gewesen ist. Dazu kam, dass ich wenige Möglichkeiten hatte, meinen Wahlkreis intensiv zu betreuen. Durch meine Tätigkeit als Senatorin war es nicht zu schaffen war, bei allen Fragen vor Ort zu sein. Dazu kam die bei uns vorgesehen Trennung von Amt und Mandat, weswegen ich keine Abgeordnete mehr war. Umso mehr weiß ich zu schätzen, wie stark sich die Genossinnen und Genossen vor Ort reingehängt haben. Nicht nur im Wahlkampf, auch in den Jahren davor. Der Wieder-Gewinn meines Direktmandates war nur mit ihnen zu schaffen. Ich bin für die geleistete Arbeit und das Engagement wirklich dankbar! Viele haben fast täglich auf der Straße gestanden und Informationen verteilt. Bei all der Arbeit ist ein positives Gemeinschaftsgefühl entstanden. An dieses „Wir"-Gefühl sollten wir anknüpfen und es stärken; auch in Nicht-Wahlkampf-Zeiten.
Das ich mein Amt als Senatorin nun nicht mehr lange habe, ist auch ein Vorteil. Als Abgeordnete werde ich mehr Zeit haben, mich in Mitte einzubringen. Darauf freue ich mich. Wir werden in Mitte, wie in ganz Berlin, auf die neuen Strukturen eingehen müssen. Auf die Veränderung der Bevölkerungsstruktur, auf den Wandel, den Berlin vollzieht. Wir werden gemeinsam neue Kommunikationsformen erarbeiten müssen, damit wir auch in 5 Jahren den Wahlkreis wieder für DIE LINKE gewinnen können. Gebiete in denen sich deutlich zeigt, dass dort ein Austausch von Bevölkerung stattgefunden hat, müssen wir mit neuen Mitteln ansprechen und die Wähler in ihrer Lebenswirklichkeit abholen. Ich bin mir sicher, dass wir es gemeinsam schaffen werden, positiv zu wirken.