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16. Februar 2011 Carola Bluhm

Dringend notwendig: Ausländische Berufsabschlüsse anerkennen

Mitte Februar trafen sich die Integrationsminister der Länder zur Integrationsministerkonferenz in Mainz. Dort wurde beispielsweise das „Integrationsmonitoring“ beraten. Mit diesem Monitoring wollen die Ministerinnen, Minister, Senatorinnen und Senatoren regelmäßig über die Fortschritte und Defizite bei der Integration in den verschiedenen Bundesländern berichten. Diskutiert wurden auch die ersten Berichte dieser Art, die Nordrhein-Westfalen und Berlin vorlegten. Nach wie vor viel zu niedrig stellt sich hier das Ausbildungsniveau von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Berlin dar. Doch der Bericht zeigt auch, dass man dieses differenzierter betrachten muss. Denn etliche Migrantinnen und Migranten erreichen, gerade in Berlin, sehr gute Bildungsabschlüsse. So haben 40,2% der Menschen mit Migrationshintergrund in Berlin ein Abitur; bei denen ohne Migrationshintergrund sind es nur 37,8%. Seit 2005 ist der Anteil um ganze 4% gestiegen. In anderen Bundesländern sieht es diesbezüglich deutlich schlechter aus: In Bayern besuchen 60% der ausländischen Kinder eine Hauptschule. Dieses große Potential der Menschen mit Migrationshintergrund gilt es noch mehr zu nutzen als bisher. Daher war ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt auf der Konferenz der Integrationsministerinnen und Integrationsminister auch die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Die Bundesregierung präsentierte hier ihre Vorstellungen und Ideen. Dies ist auch von großer Bedeutung für Berlin. Hier gibt es viele hochqualifizierte Menschen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern, die ihre gelernten Berufe nicht ausüben dürfen oder können, weil ihre Zeugnisse oder gleich ihre ganze Ausbildung oder ihre Hochschulabschlüsse nicht anerkannt werden. Für diese Personen brauchen wir endlich eine Anerkennung der Zeugnisse, Abschlüsse sowie Weiter- und Zusatzqualifizierungen.  Nur so können wir dem Fachkräftemangel der Zukunft sinnvoll entgegentreten. Es ist wünschenswert für die betroffenen Personen und auch die Länder, dass der Bund hier nun, nachdem er dieses Themenfeld jahrelang nicht bearbeitet hat, in Aktion tritt und die Initiative zu einem erfolgreichen Abschluss bringt.